Fachbereiche -> Verhaltenstherapie in Tierärztlichen Klinik für Kleintiere Ettlingen
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Therapieverlauf
Terminabsprache
Kosten
Dr. Stephan Gronostay betreut ab Oktober 2008 in der Tierärztlichen Klinik in Ettlingen Patienten mit Verhaltensproblemen.
Dr. Gronostay hat von 1987 bis 1994 an der Justus-Liebig-Universität in Gießen Tiermedizin studiert und nach dem Studium als Assistent in einer Kleintierklinik gearbeitet. In dieser Zeit spezialisierte er sich zunehmend auf die Behandlung verhaltensauffälliger Hunde und Katzen. Seit Dezember 2001 arbeitet Dr. Gronostay zusammen mit Dr. Corinna Dehn in eigener tierärztlichen Gemeinschaftspraxis ausschließlich als Tierverhaltenstherapeut. Zusätzlich bieten beide Tierärzte ihrer Hundeschule „Sicher auf 4 Pfoten“ in Offenbach Erziehungskurse, Welpenstunden und Hundesport für alle Rassen an.
Im Frühjahr 2003 erwarb Dr. Gronostay bei der Landestierärztekammer Hessen die Zusatzbezeichnung für Tierverhaltenstherapie. Seit Sommer 2003 steht er im offiziellen Verzeichnis der auf Verhaltenstherapie spezialisierten Tierärzte der Gesellschaft für Tierverhaltenstherapie e.V. (GTVT). Dr. Gronostay ist Sachverständiger des Landes Hessen für die Abnahme von Wesenstests und Sachkundeprüfungen. Er hält Vorträge und leitet Seminare für Tierärzte, Hundetrainer und Hundebesitzer über Themen aus der Verhaltenstherapie und Hundeausbildung in Deutschland und der Schweiz.
Informationen zur Verhaltenstherapie für Tiere.
Die Tierverhaltenstherapie ist ein neues Gebiet in der Tiermedizin. Der auf Verhaltenstherapie spezialisierte Tierarzt behandelt Hunde, Katzen, Pferde, kleine Heimtiere und Vögel mit Verhaltensproblemen wie aggressivem Verhalten oder Ängsten. Verhaltensauffälligkeiten sind meist die Folge von Kommunikati-onsproblemen zwischen Mensch und Tier, Defiziten in der Aufzuchtsperiode oder ungünstigen Haltungsbedingungen. Auch körperliche Erkrankungen wie chronische Schmerzprobleme und genetische Ursachen können Veränderungen im Verhalten auslösen.
Verhaltensprobleme belasten die Beziehung von Tier und Besitzer schwer. Sie ver-hindern ein entspanntes Zusammenleben, schränken den Alltag oft stark ein und lö-sen soziale Spannungen mit Mitmenschen aus. Störendes oder krankhaftes Verhalten ist ein erheblicher Stressfaktor für Mensch, Tier und die gesamte Umwelt.
Welche Verhaltensprobleme werden bei welchen Tieren häufig behandelt?
Hunde leben schon seit Jahrtausenden mit Menschen zusammen. Heute wohnen Menschen auf so engem Raum, dass extrem hohe Anforderungen an die Hunde ge-stellt werden. Sie sollen in allen Situationen sozial verträglich sein und entspannt und unkompliziert ihre Menschen überall hin begleiten. Viele Hunde sind damit überfordert. Unzureichende Aufzucht, Kommunikationsprobleme mit den Menschen, ungünstige Haltungsbedingungen und genetische und körperliche Ursachen schränken ihre Anpassungsfähigkeiten ein.
Zum Erstgespräch der Verhaltenstherapie kommt der Besitzer mit seinem Hund in der Regel in die Tierärztliche Klinik. Auf besonderen Wunsch macht der Tierarzt stattdessen auch einen Hausbesuch. Das anschließende Training wird individuell verabredet. Meist findet es an den Orten statt, an denen das Problem auftritt.
Häufige Verhaltensstörungen und –probleme bei Hunden sind:
- Aggressives Verhalten gegen Familienmitglieder, gegen fremde Menschen, gegen fremde Hunde, gegen Hunde aus der Familie.
Es kann aus Angst, rangbezogen, zur Verteidigung / zum Erwerb von Ressourcen, hormonell/mütterlich bedingt, im Spiel, durch organische Erkrankungen, territorial, aus Frustration gezeigt werden.
- Angst vor Geräuschen, Menschen, Hunden, unbekannten Dingen, wegen mangelhafter Sozialisation, wegen schlechter Erfahrungen
- Trennungsangst
- Unerwünschtes Bellen
- Unsauberkeit (Kot- oder Urinabsatz an unerwünschten Stellen): mangelnde Stubenreinheit, Markieren in der Wohnung oder von fremden Personen oder Hunden, unterwürfiger oder erregungsbedingter Harnabsatz
- Störungen der Nahrungsaufnahme: Fressen von Unrat / ungenießbaren Dingen, Fresssucht, Verweigern der Nahrungsaufnahme
- Stereotypien (Schwanz jagen, Pfoten / Gliedmaßen belecken oder beknabbern, Selbstverstümmelung, Jagen von Lichtreflexen oder Schatten)
- Unerwünschtes Jagen (Jogger, Radfahrer, Kinder, andere Hunde, Autos, Haus- und Wildtiere, unerwünschtes Hüteverhalten)
- Aufmerksamkeit heischendes Verhalten (Aufdrängeln, Bellen, Fiepen, An-springen, Aufreiten, Reißen an Kleidung, Bekauen von Objekten, Stehlen von Objekten, Futterbetteln)
- Störendes Sexualverhalten: Besteigen von Personen, Tieren, Gegenständen, Streunen, übertriebener Sexualtrieb
- Probleme beim Autofahren: Erregung / Angst, Erbrechen, Bellen / Jaulen, Verbellen von anderen Dingen / Lebewesen aus dem Auto heraus
- Erziehungsprobleme, Unkontrollierbarkeit: heftiges Spielen, Ziehen an der Leine, Übererregbarkeit, Schwererziehbarkeit
Katzen sind hoch spezialisierte Jäger, die in ihrem natürlichen Lebensraum viel Zeit damit verbringen, ihre Umwelt zu erkunden, zu klettern, zu lauern, sich anzuschleichen. Sie können sozialen Kontakt mit anderen Katzen oder Menschen aufnehmen, spielen oder in der Sonne dösen. Vor allem die Haltungsbedingungen im städtischen Umfeld ermöglichen den Katzen oft nur begrenzt, diese Bedürfnisse zu befriedigen. Durch ihre räumlich eingeschränkte Umwelt und fehlende geistige Beschäftigung empfinden sie Langeweile, eine häufige Ursache für Verhaltensprobleme wie Zerkratzen von Möbeln, Unsauberkeit oder aggressives Verhalten. Weitere Ursachen sind u. a. reizarme Aufzucht der Welpen, Überbelastung der sozialen Anpassungsfähigkeit und Erkrankungen.
Zur Verhaltenstherapie der Katze kommt der Tierarzt zu Ihnen nach Hause. Dort be-fragt er sie ausführlich zu dem Problem und beobachtet die Katze in ihrem Lebens-raum. Wenn er Ihnen zur Umsetzung des Therapieplans Einzeltrainings empfiehlt, übt er mit der Katze bei Ihnen zuhause.
Häufige Verhaltensstörungen und –probleme bei Katzen sind:
- Angst (vor Menschen, anderen Katzen, Hunden, unbekannten Dingen, wegen mangelhafter Sozialisation, wegen schlechter Erfahrungen, Depression, Apathie)
- Unsauberkeit (Urin- oder Kotabsatz in der Wohnung, Abneigung gegen das Katzenklo oder die Katzenstreu, Vorlieben für unpassende Orte oder Untergründe, Markieren mit Kot oder Urin)
- Aggressives Verhalten (gegen die Besitzer, gegen fremde Menschen, gegen andere Katzen im gleichen Haushalt, gegen fremde Katzen, umgerichtet aggressives Verhalten, aggressives Verhalten im Spiel, aggressives Verhalten beim Anfassen, bei der Körperpflege)
- Stereotypien (Putzzwang, Schwanz jagen, Jagen von Lichtreflexen, sich Benagen/ Selbstverstümmelung)
- Probleme bei der Nahrungsaufnahme (Fresssucht, mangelhafte Futterauf-nahme, Fressen unverdaulicher Objekte)
- Unangemessenes Jagen (von Gliedmaßen, von Personen, anderen Katzen, anderen Tieren, überfallartige Angriffe mit Verletzungsfolge)
- Probleme beim Zusammenleben (Zerstören, Stehlen, unruhiges Verhalten, Klettern an oder über Möbel und Einrichtungsgegenstände, störendes Miauen, störendes Krallen schärfen)
Heimtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Ziervögel leben noch nicht so lange in menschlicher Obhut wie Katzen und Hunde. Sie haben sich daher weniger an das Zusammenleben mit dem Menschen angepasst. Unter natürlichen Bedingungen leben z. B. Kaninchen in großen unterirdischen Höhlensystemen in Familienverbänden, die meisten Papageien sind Schwarmvögel. Verhaltensprobleme bei Heimtieren werden überwiegend durch unzureichende Haltungsbedingungen wie Platzmangel, fehlende Sozialpartner, Langeweile und falsche Ernährung verursacht.
Das verhaltenstherapeutische Beratungsgespräch bei Problemen mit Ihrem Heimtier und evtl. notwendige Einzeltrainingsstunde finden bei Ihnen zu Hause statt.
Häufige Verhaltensprobleme bei Kaninchen und Papageien sind:
Kaninchen (Angst, Aggressives Verhalten gegen andere Kaninchen, gegen Men-schen beim Hochheben, Anfassen, Annäherung an den Käfig, Zerstören / Annagen von Einrichtungsgegenständen)
Papageien (Aggressives Verhalten gegen Menschen, die Besitzer, Familienangehö-rige, Schreien, Federrupfen, Angst)
Wie verläuft eine Verhaltenstherapie?
Eine Verhaltenstherapie beginnt mit einem ausführlichen Beratungsgespräch, in dem Sie dem Tierarzt genau die Entstehung des Problems schildern. Der Tierarzt befragt Sie zu den Lebensumständen des Tieres, der Herkunft und Aufzucht und ermittelt mögliche organische Ursachen. Dabei beobachtet er das Verhalten Ihres Tieres in typischen Alltags- und den speziellen Problemsituationen. Bei Katzen (und manchen Problemen beim Hund) kommt der Tierarzt zu Ihnen nach Hause, um Ihr Tier in seiner vertrauten Umgebung zu erleben. Mit Hilfe dieser Beobachtungen und den Informationen aus dem Erstgespräch stellt der Tierarzt eine Verhaltensdiagnose.
Die genaue Diagnose ist die Grundlage für einen abgestuften Therapieplan. Dieser beinhaltet Maßnahmen, die Ihnen helfen, das Verhaltensproblem besser zu kontrollieren. Sie erfahren, wie Sie vermeiden können, das störende Verhalten unbeabsichtigt weiter zu verstärken, und welche Trainingsschritte zur langfristigen Verbesserung der Situation notwendig sind.
Im Anschluss an das Erstgespräch finden meistens ein oder mehrere kurze Folgetermine statt, in denen Sie der Tierarzt bei der Umsetzung der notwendigen Therapiemaßnahmen unterstützt. Der Umfang und Zeitbedarf dieser Termine hängt stark vom Verhaltensproblem Ihres Tieres ab. In manchen Fällen ist auch eine tele-fonische Betreuung möglich. Wenn Sie es wünschen, erarbeitet der Tierarzt in enger Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrem Tier die einzelnen Verhaltenstherapieschritte und –techniken praktisch. Im Unterschied zum reinen Gehorsamkeitstraining etwa über „Sitz“ und „Platz“ werden in der Verhaltenstherapie die Gefühle und Reaktionen des Tieres durch spezielle Übungen verändert.
In den meisten Fällen lässt sich eine etwa 80prozentige Verbesserung des Problemverhaltens erreichen. Sie lernen im Verlauf der Therapie, Ihr Tier besser zu verstehen, Problemsituationen geschickt zu lösen und anstelle des störenden Verhaltens mit dem Tier ein entspanntes Alternativverhalten zu trainieren.
Eine Verhaltenstherapie dauert mehrere Monate. Einige Maßnahmen müssen unter Umständen jahre- oder lebenslang beibehalten werden. In der Anfangszeit betreut der Tierarzt Sie und Ihr Tier solange intensiv, bis Sie die Verhaltenstherapietechniken allein umsetzen können. Der Behandlungserfolg hängt entscheidend davon ab, wie gut Sie diese Maßnahmen in Ihren Alltag einfügen.
Terminabsprachen:
Für ein verhaltenstherapeutisches Beratungsgespräch vereinbaren Sie bitte einen Termin in der Tierärztlichen Klinik für Kleintiere Ettlingen. Die erste Beratung dauert ungefähr 2 bis 2 ½ Stunden. Bei der Terminabsprache erhalten Sie eine schriftliche Terminbestätigung und einen Fragebogen zu Ihrem Tier. Diesen senden Sie entwe-der ausgefüllt zurück (Email oder Telefax) oder bringen ihn zu dem Erstgespräch mit. Zur festen Reservierung Ihres Termins bitten wir Sie um eine Anzahlung von 80,- € bis eine Woche im Voraus. Wenn Sie verhindert sein sollten und mindestens 3 Tage vor dem Termin absagen, erhalten Sie diese Anzahlung selbstverständlich zurück.
Kosten:
Die Abrechnung der Leistungen erfolgt nach der Tierärztlichen Gebührenordnung. Die Viertelstunde Beratungszeit kostet 30,- €.
Das Honorar für das erste Beratungsgespräch beträgt somit je nach Zeitaufwand ungefähr 240,- € (abzüglich der schon geleisteten Vorauszahlung).
Folgetermine mit praktischem Training dauern in der Regel eine Zeitstunde (Kosten 120,- € / 60 min). Bei anderen Anschlussterminen und bei telefonischen Beratungen erfolgt die Abrechnung nach Zeitaufwand (30,- € / Viertelstunde).
Alle Preise enthalten 19 % Mehrwertsteuer.
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